Freitag, 30. September 2011

Hamilton

So, endlich mal der, vor Wochen angekündigte Eintrag über Hamilton. Die Stadt hat etwa 140.000 Einwohner und ist damit ein bisschen kleiner als Oldenburg. Da in Neuseeland aber insgesamt nur 4 Millionen Menschen leben, gehört Hamilton als 4. größte Stadt zu den wichtigeren Agglomerationen in Neuseeland. Außerdem ist Hamilton die Hauptstadt der Waikato Region, die man etwa mit einem Bundesland in Deutschland vergleichen kann. Die Stadt ist zudem die Heimat der Waikato Chiefs, einem sehr populären Super Rugby Team, die in der höchsten Liga sozusagen der Champions League des Rugby spielen. Die Chiefs spielen im Waikato Stadium, in dem zurzeit auch Spiele der Rugby WM ausgetragen werden. Unter Anderem haben die All Blacks hier gegen Japan gespielt. Des Weiteren gibt es hier auch noch ein Cricket Stadium, da dieser Sport neben Rugby auch sehr beliebt ist. Partytechnisch kann man Hamilton schon ein bisschen mit Oldenburg vergleichen, da es auch hier eine Straße mit vielen kleineren Bars gibt, die am Wochenende oder am Studenten-Donnerstag relativ beliebt sind. Größere Clubs sucht man jedoch vergeblich. Relativ nah bei unserer Schule gibt es eine Universität, dessen Studenten einen großen Teil der Bevölkerung hier ausmachen. Wirklich große touristische Highlights hat Hamilton jedoch nicht zu bieten, die Stadt wirkt auf den ersten Blick sehr amerikanisch mit Fast Food Restaurants an jeder Ecke und großen mehrspurigen Straßen. Nach ein paar Wochen merkt man aber, dass es auch hier relativ überschaubar und kein Punkt in der Stadt wirklich weit entfernt ist. Ein großer Vorteil Hamiltons aber ist die zentrale Lage, die zum Reisen wirklich ideal ist, so braucht man nur ein bisschen weniger als eine Stunde zur Ostküste und nicht mal 2 Stunden zur Westküste. Auckland, Rotorua und Taupo sind ebenfalls für neuseeländische Verhältnisse schnell zu erreichen. Deshalb bin ich froh hier in Hamilton zu leben, auch weil man nicht weit fahren muss um einzukaufen oder abends mal ein Bier in der Stadt zu trinken.
Ich kann kaum glauben, dass ich jetzt bereits über 2 Monate hier in Neuseeland bin, in einer Woche gibt es Ferien, die ich mit ein paar anderen Freiwilligen nutzen werde, um die Nordinsel noch ein bisschen mehr zu bereisen.
Bis bald!

Samstag, 27. August 2011

Update

Das letzte Wochenende war ziemlich ereignisreich, da ich viel vom Neuseeland gesehen habe.
Am Freitag durfte ich mit dem Van die Maori-Klasse zu einem Maori-Fest in der Nähe von Hamilton fahren und hatte damit die Gelegenheit die Kultur der Einheimischen genauer kennenzulernen. Mit dem jährlichen Fest, das über mehrere Tage stattfindet wird die
Krönung des Maori-Königs der Region gefeiert . Auf dem Freigelände einer Marae, der Maori Gedenkstätte habe ich zunächst mit den Schülern und der Maori-Lehrerin eine Ausstellung zum Thema Gesundheit und Bildung besucht. Danach wurden Mitglieder der Regierung von der Gemeinde empfangen und es wurden zahlreiche Reden gehalten, zum größten Teil auf Maori. Dabei standen sich die Redner der Gemeinde und der Regierung immer gegenüber. Auch der Prime Minister John Key war Mitglied der Delegation und hat eine Rede gehalten. Nach der fast zweistündigen „Zeremonie“ gab es dann in einer großen Halle neben der Marae ein Essen für die Gäste. In dieser Halle war ich wirklich unter hunderten Maori der einzige Blonde, was irgendwie ein komisches Gefühl war. Aber das Essen war lecker, es gab Rindfleisch mit Kartoffeln und Aal, sowie Früchte zum Nachtisch. Anschließen fand eine weitere Zeremonie statt, die im Prinzip genauso ablief wie die erste, nur das diesmal niemand von der Regierung empfangen wurde, sondern Gäste aus Übersee. Der ganze Vormittag war wirklich interessant und ich habe etwas gesehen, wovon ein normaler Tourist sonst eher wenig mitbekommt.
Da wir uns in der vorletzten Woche mehr oder weniger spontan entschieden haben am Wochenende Ski bzw. Snowboard zu fahren sind wir am Samstag zum Mount Ruapehu gefahren. Um möglichst viel vom Tag zu haben sind wir bereits früh morgens mit dem kleinen Opel Corsa (in Neuseeland Holden Barina) von Inken und Marie losgefahren. So früh loszufahren war wirklich eine gute Idee, wir konnten direkt am Berg parken und beim Skiverleih war noch nicht so viel los wie später am Tag. Ich musste mir dort die komplette Ausrüstung leihen, da ich so gut wie keine Wintersachen mit nach Neuseeland genommen habe. Da der Verleih direkt neben dem Lift war, gings für uns dann direkt auf den Berg und wir konnten uns in die Pisten stürzen. Obwohl der Schnee für die hiesigen Verhältnisse ziemlich gut war, kam er nicht daran was man aus Österreich gewohnt ist. Auch das Skigebiet ist im Verhältnis zu denen der Alpen eher klein, dennoch reicht es für ein Wochenende natürlich vollkommen. Und was man in Österreich nicht hat, ist die unglaubliche Aussicht. Oben auf dem Gipfel blickt man in ein grünes Tal mit dem Lake Taupo und dem Nachbarvulkan Ngauruhoe, besser bekannt als der Schicksalsberg aus Herr der Ringe. Um die Mittagszeit haben wir dann Silja, Thea, Bente, Anna, Maria, Freddy, Dorian und George getroffen, die wie von den Seminaren in Auckland und Deutschland bereits kannten und die zufällig die gleiche Idee hatten wie wir. Wir sind dann zusammen bis zum Nachmittag weitergefahren und dann alle zusammen in ein Backpacker-Hostel in National Park gegangen. Da wir ziemlich spät gebucht hatten, konnten wir nur in der Kletterhalle des Hostels auf Matratzen übernachten, was aber völlig okay war. Am nächsten Morgen sind wir ohne Freddy, Dorian und George, die arbeiten mussten, zum Lake Taupo, Neuseelands größtem See aufgebrochen. An der Straße neben dem See gab es zahlreiche Stellen zum Anhalten um die Aussicht zu genießen und Fotos zu machen. Im Ort Taupo haben wir dann am See zusammen Mittag gegessen, ich hatte was von KFC, gibts hier an jeder Ecke und ist genauso lecker wie in Deutschland! Danach sind wir aus Hamilton leider schon wieder in Richtung Heimat aufgebrochen, da Sebastian und ich sonntagsabends schon wieder arbeiten mussten. Nach der Arbeit haben wir dann noch die andern Mädels getroffen, die uns nach Hamilton gefolgt sind und endlich mal wieder unter Menschen kommen wollten, da sie in Marton leben, was nur ein paar Hundert Einwohner hat. Am Montag haben Sebastian und ich uns dann endlich unser Auto gekauft, einen Subaru Legacy von 1991. Wir haben für das Auto nur umgerechnet etwa 600 Euro bezahlt und es hat ein paar Dellen und Kratzer, fährt aber ziemlich gut. Das es einfach viel praktischer ist, ein Auto zu besitzen, haben wir schon in den letzten Tagen gemerkt. Man kommt einfach schneller zum Einkaufen in die Stadt oder einfach spontan gerade dahin wo man will. Neue Fotos lade ich hoffentlich noch dieses Wochenende hoch, dann könnt ihr euch ein Bild machen :-).

Dienstag, 16. August 2011

Kurz: Schnee in Hamilton?!


Wie man vielleicht auch in Deutschland gehört hat, ist der Winter nach Neuseeland zurückgekommen. Nachdem wir am Wochenende schon mit T-Shirt am Strand liegen konnten, muss man sich nun wieder warm anziehen um aus dem Haus zu gehen. Während es in Wellington und auf der Südinsel zu einem regelrechten Schneechaos kam, ist es in Hamilton nur kalt geworden.
Gestern Mittag hat es jedoch kurz für ca. 2 Minuten geschneit, was für diese Region schon eine kleine Sensation ist, denn hier schneit es sonst nie. Für einige wenige Schüler war es tatsächlich das erste mal, dass sie Schnee gesehen haben und auch einige ältere Lehrer meinten, zu ihren Lebzeiten noch keinen Schnee in Hamilton gesehen haben. Von mir aus kann es bald wieder wärmer werden, denn die Heizung hier läuft immer noch nicht. Heute war zwar ein Handwerker da und Sebastians Heizung funktioniert auch wieder, ich hab bisher aber noch Pech.

Sonntag, 14. August 2011

Nach 2 Wochen!


Jetzt lebe ich schon mehr als zwei Wochen in Hamilton und an der Boys High und will deshalb in diesem Post mal versuchen meine Arbeit und die Stadt ein wenig zu beschreiben. Ich teile mir hier die Arbeit mit Sebastian, dem anderen Deutschen „Gappie“, wie wir hier unter Anderem genannt werden (von Gap – Student, was wiederum Englisch ist und mit Lücken-Schüler zu übersetzen ist, weil wir ja mit diesem Jahr die Lücke zwischen Schule und Universität überbrücken). Morgens sind wir beide in der normalen Schule und bekommen jeden Tag einen Stundenplan auf dem wir ablesen können in welchem Raum und für welchen Lehrer wir Vertretungsunterricht geben sollen. Meistens bekommen wir auch Anweisungen in denen steht was genau wir mit den Schülern machen sollen oder Arbeitsblätter die ausgefüllt werden müssen. Es ist wirklich komisch auf einmal der Lehrer zu sein, wenn man 13 Jahre lang Schüler gewesen ist und gerade erst die Schule beendet hat. Dennoch ist es eine bisher abwechslungsreiche Arbeit und die Jungen sind auch nicht zu anstrengend, da sie wissen, dass wir ihnen leicht Strafen geben können und auch sollen. Wenn zum Beispiel einer der Jungs zu laut wird und seine Arbeit überhaupt nicht macht, schreibt man seinen Namen auf und erklärt ihm, dass sein Name an den Lehrer oder die Schulleitung gegeben wird. Innerhalb von einem Moment auf den andern ist der Junge dann der ruhigste aus dem ganzen Kurs :-).
Ich musste in der letzten Woche z.B. in Deutsch, Sport und Physik vertreten und auch in ungewohnten Fächern wie Outdoor Education und Health Education, wo die Boys über das Zusammenleben in der Familie diskutieren sollten. Nach der Schule geht unsere Arbeit im Internat weiter, hier hat dann einer von uns entweder Hostel Duty, d.h. er sitzt den Nachmittag im Büro und notiert wer das Haus verlässt, um in die Stadt oder zum Sport zu gehen. Abends muss man dann noch ca. 2 Stunden im Dining Room sitzen, wo die 11. und 12. Klassen ihre Hausaufgaben machen müssen. Unsere Aufgabe dort ist es aufzupassen, dass niemand redet oder stört. Wenn man also Vormittags in der Schule arbeiten musste, ist man praktisch von 7.20 Uhr bis 21.30 immer am „arbeiten“, wobei sich das arbeiten meist auf rumsitzen und aufpassen beschränkt. Am nächsten Tag hat man dann Van Duty, d.h. ich fahre meist den ganzen Tag in Hamilton herum und bringe die Schüler vom Hostel zu ihren Sportvereinen. Manchmal hat man auch Glück und der Liste ist nicht so voll, sodass man ein wenig Freizeit zwischendurch hat. Letztes Jahr gab es hier drei Gappies, dadurch hatte immer einer einen Tag in der Woche frei, das fehlt uns ein wenig, da wir bisher nur am Wochenende dazu kommen einzukaufen, unsere Wäschen zu machen und selber ein wenig Sport zu treiben, wenn man dann auch noch herumfahren möchte, zum Beispiel zum Strand, wie wir es dieses Wochenende gemacht haben, wird die Zeit ein bisschen knapp. Dennoch macht die Arbeit eigentlich Spaß und wir haben ja auch noch richtig lange Ferien um viel von Neuseeland zu sehen. Um den Post nicht zu lang werden zulassen belasse ich es erst mal bei der Arbeit und werde in den nächsten Tagen etwas zu Hamilton schreiben.

Hier noch ein Link zu ein paar Bildern, die ich in der Zeit gemacht habe (sollte auch funktionieren, wenn man keinen Facebook Account hat):
https://www.facebook.com/media/set/?set=a.2249766920072.2128170.1125208071&l=c7209f7c9d&type=1

Donnerstag, 11. August 2011

Endlich Angekommen!


Da ich lange warten musste bis ich einen Internetzugang für meinen Laptop bekommen habe, konnte ich jetzt erst den Post hochladen, den ich 4 Tage nach meiner Ankunft geschrieben habe.

Endlich mein erster Eintrag aus Neuseeland! Nach ca. 24 Stunden Flug mit Zwischenstopp in Südkorea bin ich zusammen mit 50 anderen Deutschen und einer Handvoll Kanadiern und Engländern vor 4 Tagen in Auckland angekommen. Am Flughafen wurden wir von Sharyn der Managerin von Lattitude in Neuseeland begrüßt und mit dem Van zum Kiwi-Hotel in der Innenstadt von Auckland gebracht. Da es noch ziemlich früh war durften wir erst mal duschen und danach frühstücken. Dann sind wir zu einer Art Maori-Kirche gefahren, wo wir an einer traditionellen Maori Zeremonie teilgenommen haben. Nach der Zeremonie gab es dort auch noch ein Mittagessen mit großer Auswahl an Fleisch und Beilagen. Nachmittags wurden wir dann in Gruppen aufgeteilt und mussten eine Foto-Ralley durch Auckland machen und sind auf den Skytower hochgefahren. Der Skytower ist das höchste Gebäude Neuseelands, von dort hatte man einen tollen Blick über die Stadt. Der nächste Tag war für organisatorische Dinge eingeplant (Autofahren in Neuseeland, Umgang mit schwierigen Situationen in der Schule etc.). Abends sind wir dann mit der Fähre in den Norden von Auckland gefahren, wo wir in einem Restaurant am Wasser gegessen haben. Am nächsten Morgen sind dann alle in die verschiedenen Placements gebracht worden. Die meisten von uns mussten noch einmal fliegen, da Hamilton aber nur ca. 90 Kilometer südlich von Auckland liegt, wurde die Hamilton Gruppe zu der ich auch gehörte mit dem Bus gefahren. Neben Sebastian und mir, die an der Hamilton Boys High arbeiten, sind noch 4 Mädels von Lattitude an der Waikato Dio (eine Girls School) in der gleichen Stadt. An der Schule war es zunächst sehr leer, da die Boys noch Ferien hatten und das Internat deshalb unbewohnt war. Auch die Lehrer und Master, die das „Argyle House“ (Name des Internats) leiten waren teilweise noch nicht da. Trotzdem wurden wir von Cecilia der Matron, der Ersatzmutter der Jungen in Empfang genommen und durch die wichtigsten Räume geführt, außerdem haben wir unsere Zimmer bekommen, die zwar klein und einfach sind, dafür aber auch ein kaputte Heizung haben ;-).
Im Moment hat der Hausmeister sogar mein ganzes Fenster ausgebaut, da es sich nicht richtig schließen lässt. Da ich aber nicht so große Ansprüche habe ist das schon okay, ich denke nicht das ich in dem Jahr große Probleme mit dem Zimmer bekommen werde. Zu der Arbeit kann ich noch nicht viel schreiben, da ich bisher kaum was machen musste, die Jungen sind gestern Abend zurück in das Hostel gekommen und wir haben ein bisschen mitbekommen wie das Internatsleben hier so abläuft und was unsere Aufgaben sein werden. Hauptsächlich werden wir im Hostel arbeiten und auf die Jungen aufpassen bzw. sie zu ihren Terminen in die Stadt fahren. Ich bin gespannt wie der Alltag hier so ablaufen wird. Wenn ich mich ein bisschen eingelebt habe kommt auch der nächste Blog post!

Sonntag, 24. Juli 2011

Vorbereitung...

In ein paar Tagen werde ich für 12 Monate nach Neuseeland gehen, deshalb habe ich mich entschieden diesen Blog anzulegen um euch von meinen Erlebnissen am anderen Ende der Welt zu berichten. Den Wunsch für längere Zeit ins Ausland zu gehen habe ich schon lange, mindestens seitdem viele Freunde von mir in der 11. Klasse eine Schule im Ausland besucht und von ihren tollen Erfahrungen berichtet haben.
Also habe ich mich im letzten Jahr relativ früh, direkt nach den Sommerferien bei VIA e.V. für ein FSJ beworben. Eigentlich wollte ich das Jahr als meinen Zivildienst anerkennen lassen, da dieser ja bekanntlich abgeschafft worden ist hätte ich auch direkt studieren gehen können, trotzdem habe ich mich aber dafür entschieden ein Jahr Pause von Schule und Lernen zu machen.
Zu Neuseeland hatte ich zuvor eigentlich noch keine besonderen Bezüge, bei der Bewerbung wusste ich nur, dass es ein englischsprachiges Land werden sollte. Da die Projekte und die zeitlichen Daten in Neuseeland am besten zu mir passten haben ich mich relativ schnell für das Kiwi-Land entschieden.
Via hat mich dann an die englische Partnerorganisation Lattitude weitervermittelt und ich hatte Glück: Nach einer schriftlichen Bewerbung und 2 Telefongesprächen auf Englisch wurde ich angenommen. Innerhalb von ein paar Wochen haben ich dann auch erfahren, dass ich während des FSJ, das offiziell IJFD heißt, an der Hamilton Boys Highschool arbeiten werde. Wie der Name schon sagt wird die Schule nur von Jungen besucht und meine Aufgabe wird es sein auf die Boys aufzupassen und sie vom Internat zu ihren Terminen in der Stadt zu fahren. An der Schule wird wohl viel Wert auf Tradition und Sport gelegt und sie ist national in Sportarten wie Rugby und Rudern sehr erfolgreich. Ich werde versuchen ein bisschen mehr über die Schule und Hamilton zu berichten, wenn ich ein bisschen länger dort gelebt habe.
Jetzt dauert es nur noch ein paar Tage bis ich Deutschland für ein Jahr verlassen werde, richtig realisiert habe ich das noch nicht, dennoch freue ich mich schon sehr auf die Zeit!
Den nächsten Post gibt es dann aus Neuseeland ;-).